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      Berlin, 17.08.2011

 

PRESSEMITTEILUNG     

der Deutschen Steuer-Gewerkschaft

 

Steuer-Gewerkschaft appelliert an Bundesregierung:

„Auch Versicherungsverträge müssen vom Steuerabkommen erfasst werden"

Die Schweiz und Deutschland haben am 10. August 2011 in Berlin ein Steuerabkommen paraphiert. Damit soll ab 2013 die künftige Besteuerung von Kapitalerträgen wie auch die Besteuerung von unversteuertem Geld für die Vergangenheit geregelt werden. Vorgesehen ist für die Vergangenheit eine anonyme und pauschale Steuer von 19 – 34 %, die durch die Schweizer Kreditinstitute erhoben und abgeführt werden soll.

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft hat diesen Entwurf eines Abkommens massiv kritisiert (siehe dazu www.dstg.de > Aktuelles).

Nach Aussage des Vorsitzenden der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, haben sich weitere massive Zweifel am Wert dieses Steuerabkommens ergeben. Eigenthaler: „Während die Öffentlichkeit bislang davon ausgeht, dass Schweizer „Banken" und „Kreditinstitute" die Funktion von Steuereintreibern erhalten soll, weisen wir darauf hin, dass zahlreiche Deutsche ihr Schwarzgeld auch bei Schweizer Versicherungen gebunkert haben". Eigenthaler wörtlich: „Wir erwarten eine umgehende Klarstellung, dass auch in Schweizer Kapital – und Rentenversicherungen gebunkertes Schwarzgeld vom Steuerabkommen mit erfasst und nachversteuert wird".

Der Gewerkschaftsvorsitzende forderte weiter, dass das Abkommen klarstellen müsse, dass auch an Schweizer Versicherungsunternehmen Auskunftsersuchen gerichtet werden dürfen. Weiter weist Eigenthaler darauf hin, dass die ausgehandelte Garantiezahlung von 2 Milliarden Schweizer Franken vor diesem Hintergrund völlig realitätsfremd sei. Ein solche Garantiesumme müsse sich mindestens im zweistelligen Milliardenbereich bewegen. Der Bundesfinanzminister, so Eigenthaler, müsse hier nachverhandeln.

In der Versicherungsbranche wird dieser Vorgang als „insurance wrapping" bezeichnet.

Das „insurance wrapping" ist bei Insidern ein beliebtes Mittel der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung. In der Vergangenheit bestand eine explosionsartige Nachfrage nach solchen für Steuerhinterzieher maßgeschneiderten Versicherungsverträgen. Ausgelöst wurde der Boom aus der Angst von Steuerhinterziehern heraus, dass die Schweiz ihr Bankgeheimnis aufgibt. Das Ganze wird so konstruiert, dass der Name des Kunden in den Unterlagen der Bank nicht mehr auftaucht, sein Vermögen aber weiterhin von der Bank verwaltet wird. Das ist möglich, weil die Vermögenswerte des Kunden an die Versicherung übergingen, bei der er eine solche Police abgeschlossen hat.

Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Friedrichstrasse 169/170, 10117 Berlin, Tel.: 030 / 206256-600

 

PRESSEMITTEILUNG     

der Deutschen Steuer-Gewerkschaft
 

 

 

Deutsche Steuer-Gewerkschaft: „Zwei-Jahres-Steuererklärung ist völliger Unsinn!“

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft erwartet, dass der Bundesrat in seiner nächsten Sitzung am Freitag den Plänen von
Bundesregierung und Bundestag für eine Zwei-Jahres-Steuererklärung ein Aus bescheren wird. Die Zwei-Jahres-Steuererklärung
ist Teil des sogenannten Steuervereinfachungspaketes 2011.

Gegenüber der Presse bezeichnete der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler,
die Zwei-Jahres-Steuererklärung als völligen Unsinn. Wer eine Rückerstattung vom Finanzamt erwarte, wolle
keine zwei Jahre warten.  Müsse der Steuerzahler dagegen Steuern nachzahlen, schneide sich der ohnehin hoch verschuldete
Staat ins eigene Fleisch.

Viel schlimmer sei aber, dass die Arbeit in den Finanzämtern nicht vereinfacht, sondern zusätzlich behindert wird. Eigenthaler wörtlich:
„Die Finanzämter erwarten eine riesige Welle von Anfragen der Steuerzahler.“ Es sei nämlich zu befürchten, dass diese nicht wüssten,
ob sie die neue Regelung in Anspruch nehmen sollen oder nicht.  Diese Anfragewelle koste viel Zeit und verzögere sogar Erstattungen.

„Wir erwarten zudem eine massive Störung der Arbeitsorganisation“, so Eigenthaler weiter. Die Finanzämter seien nicht auf
eine schwankende Arbeitsbelastung ausgelegt. „Wir fordern, dass uns nicht noch zusätzlich Sand ins Getriebe geworfen wird.
Die Finanzämter sind jetzt schon massiv belastet.“

Auch habe der Steuerzahler nicht weniger Arbeit mit der Steuererklärung, da er die Unterlagen für zwei Jahre sammeln und ein
Formular für zwei Jahre abgeben müsse.

Zudem weist Eigenthaler darauf hin, dass auch die meisten Steuerberater nichts von dieser Idee hielten. Es sei daher nicht nachvollziehbar,
dass die Politik die Zwei-Jahres-Erklärung trotzdem einführen wolle.  Eigenthaler: „Die Idee ist am grünen Tisch entstanden und muss als
praxisuntauglich abgelehnt werden.

Als Alternative schlägt der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft vor, beim Lohnsteuerfreibetrag anzusetzen.
Es sei weitaus effektiver und sowohl für den Steuerzahler wie für die Finanzämter entlastend, wenn man den Lohnsteuerfreibetrag mit einer
Gültigkeit von zwei Jahren versehe. Betroffene Steuerzahler müssten dann nicht jedes Jahr zum Finanzamt. Die Steuerverwaltung hätte
nur halb so viel Arbeit. Mögliche Differenzen könnten bei der Jahresveranlagung ausgeglichen werden.
Eigenthaler: „Eine solche Vereinfachung hätte Gewinner auf beiden Seiten“.

 

Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Friedrichstrasse 169/170, 10117 Berlin, Tel.: 030 / 206256-600

                                                                           

                                                                                Berlin, 24.06.2011

P R E S S E M I T T E L U N G

der Deutschen Steuer-Gewerkschaft

 

Deutsche Steuer-Gewerkschaft fordert:

Energetische Gebäudesanierung vom Finanzamt fernhalten - die bessere Lösung ist eine Energiesparprämie

Auf diese einfache Formel lässt sich eine Stellungnahme der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) an den Finanzausschuss des Deutschen Bundestages zusammenfassen. Hintergrund ist eine Öffentliche Anhörung des Deutschen Bundestages zu dem „Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden" am Montag, 27. Juni 2011. Der Gesetzentwurf sieht hierfür erhöhte steuerliche Abschreibungen vor.

In der Stellungnahme wiederholt die DSTG ihre jahrelange Kritik, dass das deutsche Einkommensteuerrecht von zahlreichen Lenkungsvorschriften und Subventionsregelungen durchzogen sei. Nun kämen mit den geplanten Paragrafen 7e und 10 k im Einkommensteuergesetz zwei neue komplizierte Vorschriften dazu. Die DSTG bemängelt, dass die Vorschrift so spezielle Anforderungen enthalte, dass der Nachweis der Sanierung nur durch die Bescheinigung einer sachkundigen Person im Sinne von § 21 Energieeinsparverordnung geführt werden könne. Wie ein Finanzbeamter eine solche Person erkennen könne, sei unerfindlich. „Mit Steuern steuern" sei der falsche Weg, so der Tenor der DSTG. Auf diese Weise würden fachfremde Probleme auf dem Rücken von Steuerbeamten ausgetragen.

Zudem sei die Entlastungswirkung völlig unterschiedlich. Zahle etwa ein Rentner oder eine Rentnerin gar keine Einkommensteuer, saniere aber ein Wohngebäude im Sinne des Gesetzes, ergebe sich eine Abschreibungsmöglichkeit von exakt Null. Ein Gutverdiener bekomme dagegen rund die Hälfte seiner Investition wieder vom Finanzamt zurück. Die DSTG hält eine solche Regelung daher für unsozial und ungerecht.

Die DSTG befürwortet in ihrer Stellungnahme daher eine Direktförderung. Da es sich um eine Subvention handele, sei dies ehrlicher. Sie erinnert dabei an die sogenannte Abwrackprämie für die Ausmusterung alter Autos vor rund zwei Jahren, die ein richtiges Erfolgsmodell gewesen sei. Die Situation sei im Grunde dieselbe. Auch jetzt solle in Richtung Klimaschutz und Energieeinsparung investiert werden. Ein System wie damals bei der Abwrackprämie sei wesentlich effektiver, unmittelbarer, schneller und vom Förderungsbetrag her gleich.

Daher die Forderung der DSTG: „Keine Subventionsvorschriften ins Steuerrecht, die sich zudem – je nach Einkommensverhältnissen – auch noch völlig unterschiedlich auswirken".

 

Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Friedrichstrasse 169/170, 10117 Berlin, Tel.: 030 / 206256-600

                                                                                                                                                                                         

 

                                                                                                                                                                                                         Berlin, 20.06.2011

 

Pressemitteilung

der Deutschen Steuer-Gewerkschaft

 

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG), Berlin,  wendet sich gegen die erneute Forderung der FDP,
Steuern noch in dieser Legislaturperiode zu senken. Diese Forderung wurde vom Vorsitzenden der FDP, Dr. Philipp Rösler,
gestern (19. Juni)  über die Medien erhoben.

 Der am 8. Juni neu gewählte Vorsitzende der DSTG, Thomas Eigenthaler, hält diese Forderung angesichts der
unterfinanzierten Haushalte in Bund, Ländern und Gemeinden für völlig verfehlt. Der Nachfolger des langjährigen
Vorsitzenden Dieter Ondracek wörtlich: „Es ist überhaupt nicht die Zeit für Steuersenkungen. Zunächst müssen
einmal die staatlichen und kommunalen Haushalte grundlegend saniert werden“. 

 Angesichts der drohenden finanziellen Risiken für Deutschland wegen der Verpflichtungen für Griechenland hält
der DSTG-Chef Steuersenkungen geradezu für fahrlässig. Auch, so Eigenthaler, dürfte der staatliche Finanzbedarf wegen
des geplanten Atomausstiegs sogar noch steigen. Eigenthaler weiter: „Der Staat hat sich auf eine Schuldenbremse verständigt.
Diese darf nicht durch verfehlte Steuersenkungen, die letztlich von unseren Kindern und Enkeln bezahlt werden müssen, torpediert werden.“ 

Viel richtiger, so DSTG-Chef Thomas Eigenthaler, sei eine grundlegende Steuerstrukturreform, die parteienübergreifend
erarbeitet werden müsse. Hier zahle sich langfristiges Denken weit besser aus, als das kurze Strohfeuer einer Steuersenkung
zu entzünden. Eine solche Strukturreform sei angesichts des Chaos im Steuerrecht dringender denn je.

 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Thomas Eigenthaler, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin,  Telefon: 030/206256600
Fax 030/206 256601

 

 

 

 

 



 

 


Stand:14.August 2011