26. August 2026

Doppelstudie zur Wahrnehmung des Steuersystems

„Steuern JETZT!“: Das stärkste Reformmandat, das sich eine Regierung wünschen kann

Die DSTG-Doppelstudie liefert erstmals belastbare Zahlen aus Bevölkerung und Finanzverwaltung – und zeigt, wie einig beide Seiten in ihren zentralen Forderungen sind.

Was, wenn Bürgerinnen und Bürger und die Beschäftigten der Finanzverwaltung in den entscheidenden Reformfragen fast wortgleiche Forderungen stellen? Genau das belegt die Doppelstudie „Steuern JETZT!“, die die Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG) veröffentlicht hat. Sie ist die deutschlandweit größte Untersuchung zur Wahrnehmung des Steuersystems – und liefert der DSTG damit ein empirisch fundiertes Fundament für ihre politische Arbeit.

Zwei Perspektiven, ein Befund

Für „Steuern JETZT!“ hat die DSTG zwei große Befragungen zusammengeführt: eine repräsentative Bürgerbefragung mit 1.022 Personen und eine bundesweite Befragung von 9.227 Beschäftigten der deutschen Steuerverwaltung. Vorangegangen war eine tiefenpsychologische Vertiefungsstudie des unabhängigen Marktforschungsinstituts concept m mit 20 Teilnehmenden. Im Mittelpunkt standen fünf zentrale Themen:

Das Ergebnis: wachsender Frust in der Bevölkerung und gravierende strukturelle Defizite in der Verwaltung – aber auch ein bemerkenswerter Gleichklang. Zwei Gruppen, die einander sonst eher mit Skepsis begegnen, fordern nahezu übereinstimmend weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und einen konsequenteren Kampf gegen Steuerbetrug.

Die Zahlen, die zählen

Weniger Bürokratie

Mehr Digitalisierung

Konsequenter Kampf gegen Steuerbetrug

Demografischer Wandel

Der Zweck: starke Argumente für die Politik

„Steuern JETZT!“ ist mehr als eine Bestandsaufnahme. Die Studie liefert der DSTG die Datenbasis, um konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten – von der 100 % automatisch vorausgefüllten Steuererklärung über ein bundesweites Zukunftslabor Steuern bis zur Umsetzung des DSTG-Umsatzsteuerkonzepts TAX GUARD. Gebündelt fließen diese Vorschläge in die Initiative „Mission Finanzverwaltung 2035“ ein, mit der die DSTG Strategiepapiere, Blaupausen und konkrete Umsetzungspläne für eine leistungsstarke, zukunftsfeste Finanzverwaltung vorlegt.

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Noch in diesem Herbst berät der Bundestag über das Steuervereinfachungsgesetz. Auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sucht die DSTG deshalb gezielt das Gespräch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern – im Finanzausschuss des Landtags genauso wie im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten, bei Bürgermeisterinnen und Landräten, in Industrie- und Steuerberaterkammern sowie mit den Leitungen der Finanzämter vor Ort. Ein erster Erfolg zeigt, dass dieser Weg wirkt: Im Aktionsplan gegen Finanz- und Steuerkriminalität wurden im August bereits zahlreiche zentrale Forderungen der DSTG aufgegriffen.

„Wir haben nun harte Fakten und Zahlen vorliegen. Sie zeigen, wie Bürgerinnen und Bürger und Beschäftigte der Finanzverwaltung erstmals an einem Strang ziehen: Deutschland fordert weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und wirksamere Bekämpfung von Steuerbetrug. Das ist das stärkste Reformmandat, das sich eine Regierung wünschen kann. Sie muss es jetzt ergreifen“, so DSTG-Bundesvorsitzender Florian Köbler.

Jetzt kommt es auf uns an

Der Reformdruck ist hoch – und er reicht über politische Lager hinweg. Landes-, Bezirks- und Ortsverbände haben auf Beschluss des Bundeshauptvorstands bereits Druckexemplare der Studie erhalten. Weitere Exemplare können jederzeit nachbestellt werden, die digitale Fassung steht zusätzlich zum Download bereit.

Mitglieder sind aufgerufen, die Ergebnisse aktiv in die politische Arbeit vor Ort zu tragen: die Studie politischen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern überreichen, die Befunde in Gespräche mit Verantwortlichen der Finanzverwaltung einbringen, sie als Argumentationsgrundlage bei Terminen und Veranstaltungen nutzen und die gemeinsame Forderung von Bevölkerung und Beschäftigten nach einem einfacheren, digitaleren und durchsetzungsstärkeren Steuersystem sichtbar machen.

Die vollständige Studie „Steuern JETZT!“ steht hier zum Download bereit.